Aktueller Zustand

Gebäude

Die Anlagen der Sternwarte auf dem Stockert sind heute verschieden gut erhalten. Nach Jahren der nachlässigen Nutzung und mangelnden Wartung haben Wetter und Verschleiß den Anlagen zugesetzt. Die Stahlstruktur der 25-m-Antenne war stark angegriffen und wurde im Sommer 2007 von Spezialfirmen in einer aufwändigen Aktion wiederaufgearbeitet. Sowohl die Antenne als auch die Messkabine sind mittlerweile wetterfest versiegelt.

Die Laufbahn des Kugellagers weist Kerben und Riefen auf

Gegen Ende der Sanierungsarbeiten zeigten sich im Herbst 2007 Schäden am Kugellager, das die ganze Antenne trägt. Trotz dieser Schäden soll das Lager nach Aussage der betreuenden Firma aber, bei regelmäßiger Wartung und bei reduzierter Genauigeit, weiter nutzbar sein.

Die Gebäude sind allgemein in gutem Zustand, die beiden Wohnhäuser wurden allerdings in der Vergangenheit bei einem Versuch, sie zu renovieren, entkernt. Eine Restaurierung dieser Gebäude wäre dringend notwendig, scheitert aber zur Zeit an mangelnden finanziellen Mitteln und fehlenden Helfern beim Förderverein.

Messtechnik

Auf der messtechnischen Seite ist die Situation zwiespältig: Einerseits ist die erhaltene Technik in recht gutem Zustand, und beide Teleskope sind im Prinzip betriebsfähig. Die Steuerung beider Geräte funktioniert, und der Sonnenspiegel wird als EME-Station im Amateurfunkbetrieb verwendet.

Allerdings haben vorige Nutzer die meisten Geräte und Einrichtungen entfernt, so dass beide Teleskope nur noch manuell steuerbar sind. Die Entwicklung einer Rechnersteuerung steht auf der Agenda des Fördervereins. Ebenso fehlen Spezialempfänger, die am Stockert einmal existierten.

Aus fast jeder Gerätegeneration am Stockert sind einige interessante Exemplare erhalten geblieben, die heutigen Anforderungen nicht immer genügen, aber auf jeden Fall für eine Ausstellung optisch aufgearbeitet werden sollen. Dazu gehören verschiedene Oszilloskope, Zähler, Frequenznormale, aber auch alte Computer und Radartechnik.

Konstruktionszeichnung der EmpfängerboxEs werden derzeit sehr konkrete Gespräche mit kommerziellen Interessenten geführt, die Empfänger und Auswertetechnik am Peiler installieren wollen. Als erstes sichtbares Ergebnis dieser Verhandlungen wurde der Astropeiler in ein Primärfokussystem, bei dem der Empfänger direkt im Brennpunkt des Empfangsspiegels sitzt, umgebaut. Diese Anordnung passt besser zur Geometrie des 25-m-Spiegels als die alte Cassegrain-Konfiguration und wird uns hoffentlich bessere Messergebnisse ermöglichen.

Die Mainzer Firma MT Aerospace hat eine Empfängerbox gebaut, die unter Verwendung der alten Trägerrohre dort montiert wurde, wo bisher der Sekundärspiegel hing. Sie bietet Platz für modular austauschbare Empfänger. Das Bild zeigt einen Screenshot der Konstruktionszeichnung. Man erkennt in grau die bisherigen Stützbeine, die mit einem neuen Kopfstück den mintgrün gezeichneten Empfängerkasten halten. In der Mitte des Kastens ist eine Öffnung für die Aufnahme der verschiedenen Empfänger vorgesehen. In rosa und blau sind die Schienen gezeichnet, die die Empfänger aufnehmen werden.

Ein Arbeiter schraubt die Empfängerbox in der Spitze der Halterung fest
Seit Anfang November 2008 ist der neue Empfänger für 21 cm Wellenlänge montiert, hier ein Bild des Einbaus. Man erkennt das Antennenhorn des Empfängers und die genormte Halterung, die den Einbau verschiedener (ungekühlter) Empfänger durch Austausch der Empfängerbox ermöglicht.

Ausblick

Durch die NRW-Stiftung ist die Korrosionssanierung des Astropeilers gesichert, unser Förderverein kümmert sich um den Betrieb der Anlagen und die Messtechnik.

Die neue Motorsteuerung wird uns in den nächsten Monaten am meisten beschäftigen, sollen doch die beiden Teleskope eine computergestützte Fernsteuerung bekommen. Diese Arbeiten werden uns bis in den Herbst 2009 beschäftigen.